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Protestantische
Kirche zu Horschbach
Taufstelle
Glocken
Glockenheimkehr
190 Jahre Horschbacher Kirche
Kirchenvisitation
Protestantische Kirche (Alter Weg 7)
Als teil der
Dörfergemeinschaft Essweiler Tal zählte Horschbach ursprünglich zum
Pfarrsprengel der
Hirsauer Kapelle bei Hundheim. Seit 1601 zur Pfarrei Hinzweiler gehörend, baute
sich die Gemeinde,
zu der auch die Einwohner von Elzweiler zählten, 1791 eine eigene Kirche. 1901
ist die Kirchenge-
meinde Horschbach- Elzweiler, zu der 1956 noch Welchweiler hinzukam (früher
Ulmet ), Tochter-
gemeinde von Hinzweiler geworden. Das östliche des Dorfes auf einem kleinen
Plateau am Hang
errichtete Kirchengebäude ist auf einem annähernd quadratischen Putzbau mit
Quadersockel und
verschiefertem Halbwalmdach. Über der Giebelwand ein quadratischer Dachreiter
mit Zwiebelhaube.
Die ausgefachte Balkendecke ruht auf zwei Unterzügen, die von zwei schlanken,
gedrechselten Holz-
pfeilern getragen werden. Die Ausstattung des quer ausgerichteten Kirchenraums
gruppiert sich um
die zwischen den beiden nördlichen Fenstern angebrachte Kanzel, vor der der
Altar aufgestellt ist.
Zum polygonalen Kanzelkorb gehört ein bekrönter Schalldeckel und ein am Fuß
der Kanzeltreppe
stehender Pfarrstuhl. Altar und Kanzel gegenüber befindet sich eine auf drei
Seiten umlaufende
Empore, auf deren Südarm seit 1822 eine Orgel der gebrüder Stumm von 1792
aufgestellt ist. 1909
erhielt sie von E. F. Walker, Ludwigsburg, ein neues Werk. Im Dachreiter hat
sich die originale, 1792
von den Brüdern Jakob und Paul klein in Ernstweiler bei Zweibrücken gegossene
Glocke erhalten. Die
kaum bekannte Kirche von Horschbach ist aufgrund ihrer vollständig erhaltenen
Ausstattung ein be-
deutendes Beispiel einer Westpfälzer Kirche des 18 Jh. und zeigt durch die
hohen, gedrechselten
Pfeilern ihre enge Verwandtschaft mit den Kirchenbauten in Gimsbach 1747 und
Ulmet 1738.

Die Horschbacher Taufstele trägt einen Fisch .Der Fisch ist eines der
ältesten Christus-Symbole. In der Zeit der Christenverfolgungen in der
alten Kirche war das Bild des Fisches ein geheimes Erkennungszeichen
der Christen.
Die Taufstele ist aus Eichenholz gearbeitet.
Das Holz stammt von einem Balken
der alten Scheune unserer langjährigen, verstorbenen
Kirchendienerin Erna Volles. Sie hat ohne ihr Wissen noch nach
ihrem Tode ihrer geliebten Horschbacher Kirche einen Dienst erwiesen.
Horschbacher Glocken
Die Horschbacher Kirche erhielt 1792 zwei Glocken. Die größere sprang
und wurde im Jahre 1908 durch eine neue ersetzt, die aber nur neun
Jahre alt, dem 1. Weltkrieg 1917 zum Opfer fiel.

Am 27. November 1927 wurde eine neue 5 1/2
Zentner schwere Glocke
geweiht.
Sie trug die Inschrift:
Groß ist die Zeit, schwer das Leid,
Gott, hilf zur ewigen Seligkeit.
Diese Glocke ging durch den 2. Weltkrieg verloren.
Die ehrwürdig alte Glocke von 1792 kam nach dem Kriegsende
wohlbehalten wieder nach Horschbach. Sie ist auf „d“ gestimmt
und trägt folgende Inschrift:
Bet- und Taufglocke
Gewicht 152 kg
W.Ph.Kans, Pharrer - Simon Petter Gilcher,
Schultheiss -Philipp Muiller, Censor - Jakob Muiller,
Vorster - Peter Reisz als Kirchenvorsteher zu Elzweiler
1792 goß mich Jakob Klein und Paul Klein zu Ernstweiler
EIN SCHAINE GLOCKE HEIST MAN MICH
ZU ERNSTWEILER GIEST MAN MICH
S0 OFT MAN MIT MIR DUTT LEITTEN
SOLL SICH EIN JEDER CHRIST BEREITEN
ZU BAETTEN MIT RECHTER ANDACHT
DAS UNSERVATTER MIT ALLER MAGT
Totenglocke
Gewicht 290 kg Schlagton: h'
HERR, UNSER GOTT, LASS NICHT ZUSCHANDEN WERDEN DIE,
S0 IN IHREN NÖTEN UND BESCHWERDEN
BEI TAG UND NACHT AUF DEINE GÜTE HOFFEN
UND ZU DIR RUFEN
für die Prot. Kirchengemeinde Horschbach gossen mich
Gebrüder Bechert, Karlsruhe, im Jahre des Herrn 1958
Horschbach hat als einzige der drei Kirchen bis zur Stunde eine
Läute-Ordnung.
Sie regelt das Werktags - Betläuten, das Ein- und Ausläuten
der Sonn- und Feiertage, das Läuten zu allen Gottesdiensten sowie
das "Sterbezeichen". Presbyterium und Pfarrer werden in absehbarer
Zeit eine überarbeitete Läute-Ordnung vorlegen, die dann für alle drei
Kirchen verbindlich sein wird. Glocken sind "vasa sacra", d.h. heilige
Geräte. Ihre Stimmen dürfen nicht willkürlich ertönen, sie dienen einzig
allein gottesdienstlichen Zwecken der christlichen Gemeinde.
Hundheim und Horschbach sind die glücklichen Gemeinden - Ein Festtag mitten in
der Ernte
Als man in den Kriegsjahren die Glocken von den Türmen der Kirchen holte, um das
Material
den Kriegszwecken nutzbar zu machen, mussten viele von uns schweigen. Noch mehr
Menschen
aber trauerten diesen Glocken nach, ohne die ihr dörflich Leben gar zu viel von
einem Sinn eingebüßt hatte.
Nun sind die Glocken wieder zurückgekommen. Lange waren sie fort gewesen,
niemand wußte um sie
und niemand glaubte mehr an ein Wiedersehen — nicht die beiden Dörfer; in denen
sie alt geworden waren
und auch nicht die Kirchenbehörde, die stets nach ihnen gesucht hatte. Aber das
Wunder geschah; sie
kamen wieder und tun nun wieder ihren Dienst zum Lobe Gottes. Es sind zwei
Glocken, und die Dörfer,
die sich ihrer Wiederkehr erfreuen, sind Hundheim und Horschbach, nahe beisammen
gelegen und
zur Pfarrei Hinzweiler gehörend. Wir alle dürfen uns mit diesen Dörfern freuen,
denn besonders die
Hundheimer Glocke hat einen hohen historischen Wert.Etwas abseits, still und
einsam, liegt im herrlichen
Glantal nahe bei Hundheim, die Hiersau. Sie stellt eine der ältesten Kirchen der
Pfalz überhaupt dar
Mauerreste aus der Römerzeit künden von ihrem ehrwürdigen Alter, Steinquader im
Mauerwerk zeigen
dem Besucher seltsame Figuren. Krieg. Not, Elend, Pest und Tod, aber auch Tage
beglückender Erbauung
hat sie gesehen, und in dem kleinen, schlichten Turm hing die Heimgekehrte seit
Hunderten von Jahren
Sie läutete schon, bevor Kolumbus Amerika entdeckte, und schickte ihre warnende
Stimme über das
Land, als Luther in Worms 1921 vor dem Reichstag stand. Wie wimmernd und
klagend mag sie
geklungen haben, als die Schrecken um die gottlose Verkommenheit des
Dreißigjährigen Krieges über das
Land zogen.
1798 die Wirren der
französischen Revolution bis vor die Tore der Hiersau drangen und 1 später die
große Heerstraße Napoleons, von Paris kommend, vorbeizog. Manchem Soldaten mag
sie das letzte Geleit
gegeben haben auf dem langen Weg nach Russland. So hat sie viele Kriege gesehen
obwohl sie nur
den Frieden Gottes verkündete und der letzte wäre ihr fast zum Verhängnis
geworden.
Viele, sehr viele ihrer Mitschwestern gingen den traurigen Weg nach Hamburg, zum
Glockenfriedhof.
Als der staatliche Prüfer die Glocke besah schlug er vor, dass sie ihrer
historischen wertvollen
Vergangenheit wegen in der Kirche verbleiben sollte. Je doch der Übereifer
unverständiger Menschen,
die nur das tote Metall in ihr sahen, scheuten nicht davor zurück, sie vom Turm
zu holen. Aber ein
Wunder erhielt sie. Nur noch drei Glocken kamen in die Pfalz zurück, davon zwei
in die Pfarrei Hinzweiler
die dritte nach Ludwigshafen. Als besonderes Verdienst darf erwähnt werden, dass
die Suche nach
den Glocken mit aller Energie betrieben wurde, was um so schwieriger war, als
bei einem Bombenangriff
auf Hamburg sämtliche Unterlagen vernichtet wurden.
Die Einholung gestaltete sich zu einer Volksfeier mitten in der Ernte. Die
Einwohner beider Dörfer legten
die Arbeit nieder und zogen Sonntagskleidung an. Als der Wagen aus Koblenz mit
den Glocken in
Hinzweiler einfuhr wurden sie von einem Geläut der Mutterkirche feierlich
begrüßt. Abordnungen mit
Buntgeschmückten Fahrrädern und einem Trupp Reiter gaben das festliche Geleite.
Vor Hundheim
wartete eine freudig erregte Menschenmenge, die erste Grüße der Heimat
darbrachten.
Die Krönung des Wiedersehens bildete die Weihe der Glocken. Lange nicht mehr
hatte der kleine,
schlichte Raum der Hiersau so viele Menschen gesehen. Die Predigt des Pfarrers.
Lieder des Kirchen-
chores und ein Sprechchor der Schulkinder gaben den feierlichen Rahmen. Ans der
Predigt sprach die
große Erkenntnis, dass nicht Hungersnot, Krieg und Tod die Menschen bessere,
sondern dass das Heil
allein bei Jesus Christus liege. So erhielt die Glocke auch ihren Namen: ,.Komm
König Christus-Glocke".
Es war ein Augenblick voll ergreifender Feierlichkeit, als Gottes Wille, durch
den Mund des Pfarrers,
die Glocke wieder in den Dienst stellte und zum ersten Male wieder ihre Stimme
über das sonntägliche
Land erklang. Mögen von nun an die Glocken im ewigen Frieden die Gemeinden zum
Dienst vor dem
Herrn rufen!
DIE RHEINPFALZ
Samstag. 23. Oktober 1948
Die "Kapelle" (wie sie im alten Pfarrbuch hieß) oder Kirche zu Horschbach
wurde 1791 von den Protestanten zu Horschbach und Elzweiler erbaut.
In den Jahren 1887/88 wurde das Gotteshaus zeitweise geschlossen,
da der bauliche Zustand zu wünschen übrig ließ. Wie sich bald herausstellte,
lag die Ursache im reparaturbedürftigen Glockenturm. Nach der Behebung
des Schadens "durfte vom 11. Juni 1888 in der Kapelle zu Horschbach
wieder Gottesdienst gehalten werden.
Die erwähnten Reparaturen wurden um den Preis von 207 Mark gemacht
und es hörte damit Indertat die Erschütterung des ganzen Gebäudes während des
Läutens auf."
1891 wurde unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinden Horschbach und Elzweiler
zum 100 jährigen Bestehen ein Fest-Gottesdienst gehalten.
Die letzten baulichen Erneuerungen wurden 1960 sowie 1972/73 (Gestühl)
und 1975 (neues Dach) durchgeführt. Durch den Architekten Decker (Kusel)
werden derzeit verschiedene Vorarbeiten geleistet; voraussichtlich steht für
1982
eine gründliche Renovierung des Glockenturmes an.
Die Flächengröße beträgt 160 qm. Die Turmhohe: 21 m.
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Kirchenrenovierung im Mai 1985
Die Orgel stammt aus dem Jahre 1792; sie wurde 1909 durch die Firma Walker,
Ludwigsburg, umgebaut;
besonders beachtenswert und künstlerisch wertvoll ist der
barocke Orgelprospekt von 1792.

1968 wurde unsere Orgel erneuert
Kirchenvisitationsprotokoll des Oberamtes Lichtenberg aus dem Jahre 1609 vom Ort Horschbach
mit 13 Feuerstätten 26 Eheleuten 2 Witwen
42 Kinder davon 18 Söhne und 24 Töchter
2 Knechte 4 Mägde 76 Einwohner
1.Mohr Johann Zensor und Frau Anna, Töchter Anna, Katharina, Maria, Magdalena.
Der Knecht Niklas, die Magd Barbara.
Im Haus Peter Diel, Vater der Ehefrau und Senator
2.Bindel Gebharth Witwer und sein lediger Sohn Conrad.
3.Baum Tobias und Frau Anna Katharina mit Sohn Johannes,
den Töchtern Anna, Maria und Margareta.
Der Knecht Johannes und die Magd Maria Elisabeth.
4.Doll Daniel und Frau Katharina mit Sohn Daniel und
Töchtern Margareta und Magdalena.
5.Werner Peter und Frau Elisabeth mit den Söhnen Johann, Sebastian, Jakob und
den Töchtern Margreta und Maria.
6.Bender Johann und Frau Agnes mit den Söhnen Jakob und Hans.
7.Diepurg Joseph und Frau Elisabeth mit Sohn Johannes und den
Töchtern Margreta Katharina, Anna, Engel, Maria und
Elisabeth.
8.Diel Daniel und Frau Anna mit den Söhnen Johann, Jakob, Hans und
den Töchtern Margreta und Elisabeth.
9.Berg Johannes mit Frau Martha und Tochter Verina.
10.BauerClos und Frau Elisabeth mit den Söhnen Peter Johann und Hans und
den Töchtern Katharina, Eva und Maria.
11.Werner Johann und Frau Engel mit Sohn Wendel,
Tochter Maria und Magd Engel.
12.Diel Jakob und Frau Engel mit der Magd Margaretha.
13.Diel Johannes und Frau Barbara mit den Söhnen Noah, Tobias und
den Töchtern Anna Maria und Elisabeth.
Bei dieser Aufschreibung im Jahr 1609 wurden 110 Orte, Höfe und spätere
Wüstungen erfasst.
Dabei wurde in 1670 Häusern des Oberamtes Lichtenberg 8 355 Einwohner gezählt.
Dieser von den zuständigen Pfarrern auf 202 Bogen niedergeschriebene Ergebnis
wurde
von dem Pfarrer Helfenstein Johannes bei seiner Versetzung nach Konken im Jahre
1610 mitgenommen.
Pfarrer Helfenstein 1572 in Kusel geboren, heiratete um 1595 Anna Sibelius aus
Kusel. Er verstarb
nach 15 Ehejahren 1610 zu Konken im Alter von 38 Jahren und hinterließ Frau und
7 Söhne.
Seine Fisitation wurde erst zwischen 1920 und 1930 auf dem Kirchenspeicher der
Evangelischen
Kirche zu Konken entdeckt und 1930 in das Englische übersetzt und
veröffentlicht.
Das Original gilt bis Heute als verschollen.