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Protestantische Kirche zu Horschbach

Taufstelle

Glocken

Glockenheimkehr

190 Jahre Horschbacher Kirche

Kirchenvisitation

 

Kirche von Albert Müller
durch das Eck fotografiert

 

Rückansicht von Hinzweiler kommend

 

August 1983
Noch keine Renovierung
des Glockenturmes in Sicht

Wir gedenken den Toten vom  ersten Weltkrieg.
Dieses Denkmal wurde leider Umgebaut.
siehe Bild rechts
 

Hochzeit am Kirchenaufgang

 

 

Ehrendenkmal Heute
Wir gedenken unseren Toten
vom ersten und zweiten Weltkrieg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Protestantische Kirche (Alter Weg 7)

 

Als teil der Dörfergemeinschaft Essweiler Tal zählte Horschbach ursprünglich zum Pfarrsprengel der 
Hirsauer Kapelle bei Hundheim. Seit 1601 zur Pfarrei Hinzweiler gehörend, baute sich die Gemeinde, 
zu der auch die Einwohner von Elzweiler zählten, 1791 eine eigene Kirche. 1901 ist die Kirchenge-
meinde Horschbach- Elzweiler, zu der 1956 noch Welchweiler hinzukam (früher Ulmet ), Tochter-
gemeinde von Hinzweiler geworden. Das östliche des Dorfes auf einem kleinen Plateau am Hang 
errichtete Kirchengebäude ist auf einem annähernd quadratischen Putzbau mit Quadersockel und 
verschiefertem Halbwalmdach. Über der Giebelwand ein quadratischer Dachreiter mit Zwiebelhaube. 
Die ausgefachte Balkendecke ruht auf zwei Unterzügen, die von zwei schlanken, gedrechselten Holz-
pfeilern getragen werden. Die Ausstattung des quer ausgerichteten Kirchenraums gruppiert sich um 
die zwischen den beiden nördlichen Fenstern angebrachte Kanzel, vor der der Altar aufgestellt ist. 
Zum polygonalen Kanzelkorb gehört ein bekrönter Schalldeckel und ein am Fuß der Kanzeltreppe 
stehender Pfarrstuhl. Altar und Kanzel gegenüber befindet sich eine auf drei Seiten umlaufende 
Empore, auf deren Südarm seit 1822 eine Orgel der gebrüder Stumm von 1792 aufgestellt ist. 1909 
erhielt sie von E. F. Walker, Ludwigsburg, ein neues Werk. Im Dachreiter hat sich die originale, 1792 
von den Brüdern Jakob und Paul klein in Ernstweiler bei Zweibrücken gegossene Glocke erhalten. Die 
kaum bekannte Kirche von Horschbach ist aufgrund ihrer vollständig erhaltenen Ausstattung ein be-
deutendes Beispiel einer Westpfälzer Kirche des 18 Jh. und zeigt durch die hohen, gedrechselten 
Pfeilern ihre enge Verwandtschaft mit den Kirchenbauten in Gimsbach 1747 und Ulmet 1738.
 

Taufstelle der Horschbacher Kirche




Die Horschbacher Taufstele trägt einen Fisch .Der Fisch ist eines der
ältesten Christus-Symbole. In der Zeit der Christenverfolgungen in der
alten Kirche war das Bild des Fisches ein geheimes Erkennungszeichen
der Christen.

Die Taufstele ist aus Eichenholz gearbeitet.
Das Holz stammt von einem Balken
der alten Scheune unserer langjährigen, verstorbenen
Kirchendienerin Erna Volles. Sie hat ohne ihr Wissen noch nach
ihrem Tode ihrer geliebten Horschbacher Kirche einen Dienst erwiesen.

Horschbacher Glocken

 


Die Horschbacher Kirche erhielt 1792 zwei Glocken. Die größere sprang
und wurde im Jahre 1908 durch eine neue ersetzt, die aber nur neun
Jahre alt, dem 1. Weltkrieg 1917 zum Opfer fiel.



Am 27. November 1927 wurde eine neue 5 1/2
Zentner schwere Glocke geweiht.
Sie trug die Inschrift:

Groß ist die Zeit, schwer das Leid,
Gott, hilf zur ewigen Seligkeit.


Diese Glocke ging durch den 2. Weltkrieg verloren.


Die ehrwürdig alte Glocke von 1792 kam nach dem Kriegsende
wohlbehalten wieder nach Horschbach. Sie ist auf „d“ gestimmt
und trägt folgende Inschrift:

Bet- und Taufglocke
Gewicht 152 kg

W.Ph.Kans, Pharrer - Simon Petter Gilcher,
Schultheiss -Philipp Muiller, Censor - Jakob Muiller,
Vorster - Peter Reisz als Kirchenvorsteher zu Elzweiler
1792 goß mich Jakob Klein und Paul Klein zu Ernstweiler

EIN SCHAINE GLOCKE HEIST MAN MICH
ZU ERNSTWEILER GIEST MAN MICH
S0 OFT MAN MIT MIR DUTT LEITTEN
SOLL SICH EIN JEDER CHRIST BEREITEN
ZU BAETTEN MIT RECHTER ANDACHT
DAS UNSERVATTER MIT ALLER MAGT


Totenglocke
Gewicht 290 kg Schlagton: h'


HERR, UNSER GOTT, LASS NICHT ZUSCHANDEN WERDEN DIE,
S0 IN IHREN NÖTEN UND BESCHWERDEN
BEI TAG UND NACHT AUF DEINE GÜTE HOFFEN
UND ZU DIR RUFEN



für die Prot. Kirchengemeinde Horschbach gossen mich

Gebrüder Bechert, Karlsruhe, im Jahre des Herrn 1958

Horschbach hat als einzige der drei Kirchen bis zur Stunde eine Läute-Ordnung.
Sie regelt das Werktags - Betläuten, das Ein- und Ausläuten
der Sonn- und Feiertage, das Läuten zu allen Gottesdiensten sowie
das "Sterbezeichen". Presbyterium und Pfarrer werden in absehbarer
Zeit eine überarbeitete Läute-Ordnung vorlegen, die dann für alle drei
Kirchen verbindlich sein wird. Glocken sind "vasa sacra", d.h. heilige
Geräte. Ihre Stimmen dürfen nicht willkürlich ertönen, sie dienen einzig
allein gottesdienstlichen Zwecken der christlichen Gemeinde.
 

Zwei Glocken kehren in ihre pfälzische Heimat zurück


Hundheim und Horschbach sind die glücklichen Gemeinden - Ein Festtag mitten in der Ernte


Als man in den Kriegsjahren die Glocken von den Türmen der Kirchen holte, um das Material
den Kriegszwecken nutzbar zu machen, mussten viele von uns schweigen. Noch mehr Menschen
aber trauerten diesen Glocken nach, ohne die ihr dörflich Leben gar zu viel von einem Sinn eingebüßt hatte.

Nun sind die Glocken wieder zurückgekommen. Lange waren sie fort gewesen, niemand wußte um sie
und niemand glaubte mehr an ein Wiedersehen — nicht die beiden Dörfer; in denen sie alt geworden waren
und auch nicht die Kirchenbehörde, die stets nach ihnen gesucht hatte. Aber das Wunder geschah; sie
kamen wieder und tun nun wie­der ihren Dienst zum Lobe Gottes. Es sind zwei Glocken, und die Dörfer,
die sich ihrer Wiederkehr erfreuen, sind Hundheim und Horschbach, nahe beisammen gelegen und
zur Pfarrei Hinzweiler gehörend. Wir alle dürfen uns mit diesen Dörfern freuen, denn besonders die
Hundheimer Glocke hat einen hohen historischen Wert.Etwas abseits, still und einsam, liegt im herrlichen
Glantal nahe bei Hundheim, die Hiersau. Sie stellt eine der ältesten Kirchen der Pfalz überhaupt dar
Mauerreste aus der Römerzeit künden von ihrem ehrwürdigen Alter, Steinquader im Mauerwerk zeigen
dem Besucher seltsame Figuren. Krieg. Not, Elend, Pest und Tod, aber auch Tage beglückender Erbauung
hat sie gesehen, und in dem kleinen, schlichten Turm hing die Heimgekehrte seit Hunderten von Jahren
Sie läutete schon, bevor Kolumbus Amerika entdeckte, und schickte ihre warnende Stimme über das
Land, als Luther in Worms 1921 vor dem Reichstag stand. Wie wim­mernd und klagend mag sie
geklungen haben, als die Schrecken um die gottlose Verkommenheit des Dreißigjährigen Krieges über das
Land zogen.

1798 die Wirren der französischen Revolution bis vor die Tore der Hiersau drangen und 1 später die
große Heerstraße Napoleons, von Paris kommend, vorbeizog. Manchem Soldaten mag sie das letzte Geleit
gegeben haben auf dem langen Weg nach Russland. So hat sie viele Kriege gesehen obwohl sie nur
den Frieden Gottes verkündete und der letzte wäre ihr fast zum Verhängnis geworden.

Viele, sehr viele ihrer Mitschwestern gingen den traurigen Weg nach Hamburg, zum Glockenfriedhof.
Als der staatliche Prüfer die Glocke besah schlug er vor, dass sie ihrer historischen wertvollen
Vergangenheit wegen in der Kirche verbleiben sollte. Je doch der Übereifer unverständiger Menschen,
die nur das tote Metall in ihr sahen, scheuten nicht davor zurück, sie vom Turm zu holen. Aber ein
Wunder erhielt sie. Nur noch drei Glocken kamen in die Pfalz zurück, davon zwei in die Pfarrei Hinzweiler
die dritte nach Ludwigshafen. Als besonderes Verdienst darf erwähnt werden, dass die Suche nach
den Glocken mit aller Energie betrieben wurde, was um so schwieriger war, als bei einem Bombenangriff
auf Hamburg sämtliche Unterlagen vernichtet wurden.

Die Einholung gestaltete sich zu einer Volksfeier mitten in der Ernte. Die Einwohner beider Dörfer legten
die Arbeit nieder und zogen Sonntagskleidung an. Als der Wagen aus Koblenz mit den Glocken in
Hinzweiler einfuhr wurden sie von einem Geläut der Mutterkirche feierlich begrüßt. Abordnungen mit
Buntgeschmückten Fahrrädern und einem Trupp Reiter gaben das festliche Geleite. Vor Hundheim
wartete eine freudig erregte Menschenmenge, die erste Grüße der Heimat darbrachten.

Die Krönung des Wiedersehens bildete die Weihe der Glocken. Lange nicht mehr hatte der kleine,
schlichte Raum der Hiersau so viele Menschen gesehen. Die Predigt des Pfarrers. Lieder des Kirchen-
chores und ein Sprechchor der Schulkinder gaben den feierlichen Rahmen. Ans der Predigt sprach die
große Erkenntnis, dass nicht Hungersnot, Krieg und Tod die Menschen bessere, sondern dass das Heil
allein bei Jesus Christus liege. So erhielt die Glocke auch ihren Na­men: ,.Komm König Christus-Glocke".
Es war ein Augenblick voll ergreifender Feierlichkeit, als Gottes Wille, durch den Mund des Pfarrers,
die Glocke wieder in den Dienst stellte und zum ersten Male wieder ihre Stimme über das sonntägliche
Land erklang. Mögen von nun an die Glocken im ewigen Frieden die Gemeinden zum Dienst vor dem
Herrn rufen!

DIE RHEINPFALZ
Samstag. 23. Oktober 1948
 

HORSCHBACHER KIRCHE 190 JAHRE ALT


Die "Kapelle" (wie sie im alten Pfarrbuch hieß) oder Kirche zu Horschbach
wurde 1791 von den Protestanten zu Horschbach und Elzweiler erbaut.

In den Jahren 1887/88 wurde das Gotteshaus zeitweise geschlossen,
da der bauliche Zu­stand zu wünschen übrig ließ. Wie sich bald herausstellte,
lag die Ursache im reparatur­bedürftigen Glockenturm. Nach der Behebung
des Schadens "durfte vom 11. Juni 1888 in der Kapelle zu Horschbach
wieder Gottesdienst gehalten werden.
Die erwähnten Reparaturen wurden um den Preis von 207 Mark gemacht
und es hörte damit Indertat die Erschütterung des ganzen Gebäudes während des Läutens auf."

1891 wurde unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinden Horschbach und Elzweiler
zum 100 jährigen Bestehen ein Fest-Gottesdienst ge­halten.

Die letzten baulichen Erneuerungen wurden 1960 sowie 1972/73 (Gestühl)
und 1975 (neues Dach) durchgeführt. Durch den Architekten Decker (Kusel)
werden derzeit verschiedene Vorarbeiten geleistet; voraussichtlich steht für 1982
eine gründliche Renovierung des Glockenturmes an.
Die Flächengröße beträgt 160 qm. Die Turmhohe: 21 m.

 

 

Kirchenrenovierung im Mai 1985
 


Die Orgel stammt aus dem Jahre 1792; sie wurde 1909 durch die Firma Walker,
Ludwigsburg, umgebaut;
besonders beachtenswert und künstlerisch wertvoll ist der
barocke Orgelprospekt von 1792.




1968 wurde unsere Orgel erneuert

Kirchenvisitationsprotokoll des Oberamtes Lichtenberg aus dem Jahre 1609 vom Ort Horschbach


mit 13 Feuerstätten 26 Eheleuten 2 Witwen
42 Kinder davon 18 Söhne und 24 Töchter
2 Knechte 4 Mägde 76 Einwohner


1.Mohr Johann Zensor und Frau Anna, Töchter Anna, Katharina, Maria, Magdalena.
     Der Knecht Niklas, die Magd Barbara.
     Im Haus Peter Diel, Vater der Ehefrau und Senator
2.Bindel Gebharth Witwer und sein lediger Sohn Conrad.
3.Baum Tobias und Frau Anna Katharina mit Sohn Johannes,
     den Töchtern Anna, Maria und Margareta.
     Der Knecht Johannes und die Magd Maria Elisabeth.
4.Doll Daniel und Frau Katharina mit Sohn Daniel und
     Töchtern Margareta und Magdalena.
5.Werner Peter und Frau Elisabeth mit den Söhnen Johann, Sebastian, Jakob und
     den Töchtern Margreta und Maria.
6.Bender Johann und Frau Agnes mit den Söhnen Jakob und Hans.
7.Diepurg Joseph und Frau Elisabeth mit Sohn Johannes und den
     Töchtern Margreta Katharina, Anna, Engel, Maria und Elisabeth.
8.Diel Daniel und Frau Anna mit den Söhnen Johann, Jakob, Hans und
     den Töchtern Margreta und Elisabeth.
9.Berg Johannes mit Frau Martha und Tochter Verina.
10.BauerClos und Frau Elisabeth mit den Söhnen Peter Johann und Hans und
    den Töchtern Katharina, Eva und Maria.
11.Werner Johann und Frau Engel mit Sohn Wendel,
    Tochter Maria und Magd Engel.
12.Diel Jakob und Frau Engel mit der Magd Margaretha.
13.Diel Johannes und Frau Barbara mit den Söhnen Noah, Tobias und
    den Töchtern Anna Maria und Elisabeth.

Bei dieser Aufschreibung im Jahr 1609 wurden 110 Orte, Höfe und spätere Wüstungen erfasst.
Dabei wurde in 1670 Häusern des Oberamtes Lichtenberg 8 355 Einwohner gezählt.
Dieser von den zuständigen Pfarrern auf 202 Bogen niedergeschriebene Ergebnis wurde
von dem Pfarrer Helfenstein Johannes bei seiner Versetzung nach Konken im Jahre 1610 mitgenommen.

Pfarrer Helfenstein 1572 in Kusel geboren, heiratete um 1595 Anna Sibelius aus Kusel. Er verstarb
nach 15 Ehejahren 1610 zu Konken im Alter von 38 Jahren und hinterließ Frau und 7 Söhne.
Seine Fisitation wurde erst zwischen 1920 und 1930 auf dem Kirchenspeicher der Evangelischen
Kirche zu Konken entdeckt und 1930 in das Englische übersetzt und veröffentlicht.
Das Original gilt bis Heute als verschollen.