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Gesangverein 1972 |
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Oben links: Suffel Otto, Metzger Gustav, Weisenstein Jakob, Jöckel Horst, Schneider Karl, Dillmann Emil, Haas Horst Oskar,
Hellwig Werner, Schmelzer Rudolf, Keller Willi Edinger Hans, Reis Karl-Heinz, Schreiner Rüdiger, Theobald Eugen, Laub Robert, Jung Kurt, Weber Otto, Schubert Günter, Scherer Karl,
Weisenstein Harry
Schneider Helene
Waltraud, Gut Lisa, Heid Gisela, Klahr Emma, Suffel Frieda, Dotzky Gisela Ohlig Ursula, Schwambach Zilli, Karl Doris, Haas Annelore,
Jung Ilse, Schneider Trudel |
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Links: 5Juli Sängerfest in Horschbach; in den Borwiesen
Rechts: August 1987 |
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Links :Ausflug nach Eschenau | |
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Links: Umzug in Altenglan
Rechts:Männerchor in unserem alten Saal auf der Bühne.
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Links: 5 Juli 1953 Sängerfest in Horschbach Die Häuser waren alle mit Girlanden geschmückt.
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Links: Frauenchor in unserem alten Saal auf der Bühne.
Rechts: Ausflug nach Landau |
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100 Jahre Männergesangverein „Liederkranz" Horschbach
von Klaus Heyd
Geburtstage sind Festtage. Feiert ein Verein ein Jubiläum und dazu noch sein
hundertstes,
so darf die ganze Dorfgemeinschaft
voller Stolz und Freude diesen Tag begehen.
Hundert Jahre Männergesangverein „Liederkranz" Horschbach sind aber auch Anlass
genug,
in der Vereins- und Dorfgeschichte etwas zu blättern. Indes erhebt die hier entstandene
Chronik keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dazu reichen die vorgefundenen Quellen einfach
nicht mehr aus.
Beginnen will ich 1853. In diesem Jahr erhielten die Gemeinden Elzweiler und
Horschbach, die seit 1799 vereinigt waren, ihre Selbständigkeit zurück. Das Bayerische
Innenministerium hatte dazu am 16. Oktober 1853 nach langem Streit folgende Entscheidung
gefällt: „Auf den gutachtlichen Bericht vom 28. v. Mts. wird die Trennung der Gemeinde
Elzweiler von der Ortschaft Horschbach und die Bildung einer eigenen Gemeinde Elzweiler mit
dem bisherigen Bann dieser Ortschaft und unter den in dem Protokoll vom 11. Januar 1848
aufgenommenen Bestimmungen hiermit genehmigt".
Etwa 20 Jahre nach diesem Beschluss wurde in Horschbach ein Gesangverein
gegründet.
Die genaue Datierung des Geburtstages bereitet einige Schwierigkeiten.
Beim „Deutschen Sängerbund" ist das Jahr 1872 als Gründungsjahr angegeben. Daher hat sich
die Vereinsführung auch für 1972 als Festtermin entschieden. Nach Angaben unseres
Ehrenmitgliedes Adolf Jung wurde der Verein erst 1873 von einem Lehrer namens Jakob Dick
gegründet. Jakob Dick war auch der erste Dirigent. Um diese Zeit war Horschbach etwa so
groß wie heute.
Für Dezember 1867 gibt die Bevölkerungsliste des Bezirksamtes Kusel an, dass in Horschbach
102 Familien bzw. 365 Einwohner leben2). Die meisten Leute waren Bauern,
die nebenbei noch etwas Weinbau betrieben, um so zu ihrem Haustrunk zu kommen.
1879 wurden auf Horschbacher Gemarkung 5,82 ha und 1881 6,80 ha Wein angebaut.
Das älteste noch vorhandene Schriftstück des Gesangvereins ist ein
handgeschriebenes
Partiturenbuch. Es enthält 63 Lieder, die zwischen 1879 und 1888 eingetragen wurden. Davon
sind die Chöre „Abendchor" (O. Kreutzer), „Heidenröslein" (H. Werner), „Brüder, reicht die Hand
zum Bunde" (W. A. Mozart) und „Untreue" (Fr. Glück) die bekanntesten. Am Ende dieses Buches
ist auch ein Sängerverzeichnis angefügt, aus dem hervorgeht, welche Sänger damals aktiv waren.
Wir lesen die Namen Andreas Gabel, August Brill, August Metzger, Julius Krebs, Ludwig Reis, Adam
Schmidt, Karl Weber, Heinrich Keller, Jakob Volles, Peter Knaul, Adam Linn, Daniel Sahm,
Jakob Knaul, Ludwig Geiß, Jakob Dick, Jakob Keller, Karl Zimmer, Karl Hobel, Adam Hobel,
Jakob Jung, Abraham Gilcher, Karl Metzger und Daniel Linn. Von diesen Sangesbrüdern,
einige davon bestimmt Männer der „ersten Stunde", ist heute niemand mehr am Leben.
Datiert ist das Verzeichnis mit dem 13. November 1896.
Dass mangelhafte Beteiligung an den Gesangstunden nicht erst, wie oft behauptet wird, ein
Merkmal unserer Zeit ist, geht aus einer Notiz von 1896 hervor. Da heißt es
„Am 27. 11. 1896 konnte gar nicht
geübt werden, weil nur sechs Sänger da waren.
Derartige Versäumnisse blieben damals aber nicht ungestraft, denn jedes Fehlen
musste
mit 10 Pf. Bußgeld bezahlt werden. Das entsprach etwa dem Preis für eine Flasche Bier.
1898 konnte der Verein sein 25jähriges Bestehen feiern. In der Wirtschaft Keller
wurde ein
Sängerfest abgehalten. Eine Frau Werner stiftete dem Verein seine erste Fahne, die am Fest
geweiht wurde. Horschbach zählte damals 378 Einwohner, 78 Wohnhäuser, 66 Scheunen und
Stauungen und 39 Schuppen und Nebengebäude, über eine Wasserleitung verfügte die
Gemeinde noch nicht. Zwei öffentliche Pumpbrunnen, einer auf dem Schulhof und einer am
„Hübelweg", und 55 private Brunnen konnten die Bürger nur unzureichend mit Wasser versorgen.
Hinzu kam noch, dass der 400 m vom Ort entfernte Brandweiher ganz und der kleine Ortsbach,
der als Viehtränke diente, im Sommer nahezu austrocknete. Der Gemeinderat beschloss deshalb
am 1. 9. 1898 die Wasserverhältnisse 7.11 verbessern. Das Kgl. Bayerische Wasserversorgungsbüro
erstellte am 24. Mai 1900 ein Gutachten. Hierin wurde eine Quelle oberhalb des Ortes empfohlen,
die 110 l Wasser pro Kopf und Tag schüttete. Die Kosten für die Quellfassung, Leitungen, Reservoir,
Grund- und Quellenerwerb, Anschluss- und Hausleitungen und alle Entschädigungen wurden auf
19000 Mark berechnet. Die Gemeinde musste ein Darlehen von 11000 Mark aufnehmen und es
bei 4 °/o Zinsen innerhalb von 15 Jahren zurückzahlen. Das Bezirksamt empfahl das Anbringen von
Wassermessern, weil so einer „missbräuchlichen und verschwenderischen Wasserbenutzung
vorgebeugt" werde. Im März 1902 war die Wasserleitung fertig gestellt.
Sie wurde am 10. Januar 1903 von
der Gemeinde offiziell übernommen.
Das älteste Protokoll, über das der Gesangverein noch verfügt, stammt aus dem
Jahr 1910.
Es hat folgenden Wortlaut:
| „Protokoll
|
über die am 4. Januar 1910
stattfindende Generalversammlung.
Tagesordnung: Rechnungsablage,
Entlastung des Rechners, Wahl. |
Interessant ist außerdem ein Protokoll über eine Ausschusssitzung vom 20.
Dezember 1912,
in der beschlossen wurde, dass „auswärtige erwachsene männliche Personen gegen Zahlung
der Eintrittsgebühr von l Mark und des Betrages für den 1. Monat als Mitglieder in den
„Liederkranz" Horschbach aufgenommen worden". Seitdem haben immer wieder Einwohner
aus Elzweiler und Welchweiler im
Verein mitgewirkt.
Von 1914 bis 1920 ruhte der Verein. Protokolle von dieser Zeit fehlen völlig. Zu
viele Sänger
mussten in den Krieg. Der Dirigent des Vereins, Lehrer Ackermann, rückte am 7. August 1914
ein, und viele Horschbacher Bürger folgten ihm. Zwanzig ließen auf den Kriegsschauplatzen
im Westen und Osten ihr Leben. Ihnen wurde 1923 ein Denkmal errichtet. Der Stein stammt
aus einem Steinbruch bei St. Julian, die Bildhauerarbeiten wurden von einem Bildhauer aus
Kaiserslautern ausgeführt, der in dieser schlechten Zeit für seine Tätigkeit einige Zentner
Brotgetreide erhielt*).
211 alte aktive Mitglieder, !) neue Mitglieder und 21 Passive; führten den
Verein 1920 weiter.
1924 wurde das 50jährige Jubiläum gefeiert. Im Sommer desselben Jahres hatte gerade das
elektrische Licht in Horschbach seinen Einzug gehalten. Unser Gesangverein war schon wieder
auf 38 aktive und 72 passive Mitglieder angewachsen. Von den Sängern des Jahres 1924 leben
heute noch Georg Drumm, Hugo Metzger, Oskar Krebs, Gustav Zimmer, Ludwig Dick, Adolf Jung,
Otto Linn, Peter Reis, Karl Grau, Gustav Dick, Karl Hobel, Karl Metzger, August Heutiger und
Eugen Schneider. Auf der Wieso des Bauern Karl Haas baute der Verein ein Festzelt auf. Die
jetzige Vereinsfahne wurde am Fest eingeweiht. Am Schluss hatte man einem Überschuss von
728 Mark erwirtschaftest.
Von 1933 bis 1950 ruhte der Verein abermals. Auch der 2. Weltkrieg forderte von
dem kleinen
Horschbach seinen Tribut. Schon am 27. August 1939 rückten einige ein. Bis Mai 1940 waren
31 Männer, bis Dezember 1941 sogar 57 eingezogen worden. Davon sind 27 im Krieg geblieben.
Andreas Gabel verwahrte während dieser Zeit Fahne und Vereinsbücher auf seinem Speicher.
Mit dem 20. November 1950 beginnt die; Nachkriegszeit des Vereins. Lassen wir das
Protokollbuch zu Wort kommen:
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Protokollbuch:
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»Am 20. November 1950 wurde der seit dem Jahre; 1933 ruhende;
Männergesangverein Liederkranz
Horschbach wieder ins Leben gerufen. Es wurden 102 Mitglieder in den Verein
aufgenommen. Bis zur Jahreshauptversammlung im Januar 1951 wurde eine
vorläufige Vorstandschaft gewählt: |
Der erste Höhepunkt im Vereinsleben nach dem Kriege war das 8O jährige; Jubiläum
1953.
18 von 44 Vereinen folgten der Einladung des Vereins und gestalteten das Festprogramm
im Zelt, das in der Bornwiese erstellt worden war. In etwas kleinerem Rahmen wurde am
28. Juli 1963 mit den Sängern aus Hinzweiler, Oberweiler i. T. Niedereisenbach und
Gumbsweiler das 90jahrige Bestehen
gefeiert.
Seitdem war der Verein bei, vielen Sängerfesten zu Gast, veranstaltete; selbst
verschiedene
Gruppen-Sängertreffen und „Bunte Abende", umrahmte; Altenfeiern, Gottesdienste und
Denkmalseinweihungen im Welchweiler, Elzweiler und Horschbach und erwies vielen
Mitgliedern bei Beerdigungen die
letzte Ehre.
Am 13. März 1967 nahm der Verein auf dem Friedhof in Hachenbach Abschied von
seinem
verstorbenen Ehrenchorleiter Karl Emrich. Ein Einschnitt in die Voreinsgeschichte stellte das
Jahr 1967 dar. Um dem Beerdigungssingen besser nachkommen zu können, entschloss sich
die Vereinsführung damals, einen Frauenchor zu gründen. Die meisten Frauen folgten dem
Ruf des Vereins und am 26. Oktober 1967 konnte die erste Gesangstunde abgehalten werden.
Seit dieser Zeit tritt der Verein mit dem Männerchor, einem Frauenchor und einem gemischten
Chor an die Öffentlichkeit. In seinem Jubiläumsjahr hat der Liederkranz Horschbach
106 Mitglieder und 3 Ehrenmitglieder. Mögen diese in Zukunft soviel Idealismus aufbringen,
dass der Verein auch in seinem
zweiten Jahrhundert gut bestehen kann!
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1. Vorstand
Ohne Angabe |
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Chorleiter
1873
Ehrenvorsitzender: Ehrendirigent: Ehrenmitglieder:
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Jakob Dick
Karl Metzger
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Quellen:
1) A. Zink, Horschbach und Elzweiler, in .Pfälzische Heimatblätter".
Jahrgang 6. Nr. l, Januar 1958.
2) W. Schlegel — Albert Zink, 150 Jahre Landkreis Kusel, Otterbach 1968.
3) Protokollbücher des Gesangvereins MGV .Liederkranz" Horschbach.
4) W.-D. Krüger, Aus der Geschichte des Dorfes Horschbach.